Es ist ein nicht alltägliches Spendenergebnis: Beim Benefiz-Reitturnier auf der Anlage Meurer in Bippen sind insgesamt 38.550 Euro zusammengekommen. Das Geld ist für die Christliche Blindenmission Deutschland bestimmt. Dass so viele Euros in der Spendekasse klingelten, hing auch mit der perfekten Organisation und dem hochklassigen Sport zusammen, der zu sehen war. Unter vielen anderen standen Olympia- und WM-Springreiter in den Starterlisten. Das pferdesportliche Highlight ist inzwischen nicht mehr aus den Veranstaltungskalendern wegzudenken.

Bis vor wenigen Tagen sind noch Spendenbeiträge eingegangen. Die „Turnierbuchhaltung“ konnte deshalb erst jetzt abgeschlossen werden, wie Christel Meurer berichtete. Das Ergebnis der „Bilanz“ kann sich sehen lassen – auch deshalb, weil der Spendenbetrag vom Benefizturnier im Jahr 2012 in Höhe von 30000 Euro mit 38550 Euro noch einmal deutlich übertroffen worden ist. Bei der Bekanntgabe dieser Summe dankte die Initiatorin Christel Meurer zunächst allen Beteiligten, die dem Spendenaufruf gefolgt waren. Alle Starter des Turniers hatten auf 40 Prozent ihrer Preisgelder verzichtet. Eine größere Anzahl Reiter, besonders der höheren Klassen, verzichtete sogar auf das gesamte Preisgeld. Einen weiteren – großen – Teil der Gesamtsumme steuerten nach einer intensiven Werbekampagne die Sponsoren des Benefizturniers bei. Auch die Versteigerung der beiden Pony-Fohlen erbrachte eine stattliche Summe. Die beiden neuen Besitzer haben somit ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Gesamtsumme geleistet. Schließlich spendete auch die Familie Meurer als Veranstalter einen Betrag, der aus der Franz-Josef und Christel Meurer Stiftung stammt.

Wer das Geld möglicherweise bekommen würde, konnten die Zuschauer beim Benefizturnier bereits erahnen. Bei den Siegerehrungen am dritten Turniertag gratulierten unter anderem zwei Personen, die mit dem Pferdesport normalerweise nichts zu tun haben. Es waren Repräsentanten der Christlichen Blindenmission Deutschland. Die Botschafterin dieser Organisation, Marion Koch, früher selbst erfolgreiche Reiterin, aber nach der Karriere erblindet, war mit ihrem treuen vierbeinigen Begleiter aus Hamburg und dem Leiter der deutschen Niederlassung in Berlin, Dirk Brigmann, vor Ort in Bippen.

Die gesamte Spendensumme wird an diese international wirkende Organisation gehen. Nach den Vorstellungen von Christel Meurer ist allerdings damit eine zweckgebundene Verwendung für ein spezielles Projekt der Christlichen Blindenmission verbunden. Das Geld soll der Augenabteilung des Kilimanjaro Christian Medical Centre zur Behandlung von erblindeten Kindern der Stadt Moshi im ostafrianischen Tansania zugutekommen.

Die von Heiko Philippin geleitete Krankenhausabteilung für Augenkrankheiten ist darauf eingerichtet, den in vielen afrikanischen Ländern an Augenkrankheiten und Erblindungen leidenden Menschen, speziell Kindern, so weit wie möglich zu helfen. Leider werde diese Gruppe, wie auch andere Behinderte, fast immer von der Gesellschaft ausgegrenzt, wie Christel Meurer und ihre Tochter Simone Kottwitz berichtete. Mit dem wieder gewonnenen Augenlicht kann sich diese Situation schlagartig ändern und schafft damit vollkommen neue Lebens-, Bildungs- und Berufsperspektiven. Verständlich, dass gerade dort jede Unterstützung willkommen ist, um Fachärzte auszubilden, Geräte und Medikamente zu beschaffen und so dazu beizutragen, die Not zu lindern.

Eine lobenswerte Initiative, die durch das Engagement von Christel Meurer und ihrer Tochter Simone Kottwitz sowie Jan-Philipp Weichert mithilfe von Sponsoren und dem ehrenamtlichen Helferteam einen Weg gefunden hat, hochklassischen Pferdesport in der Region mit dem Benefizgedanken wirkungsvoll zu verbinden.