Zwar ziehen mitten im schönsten Sommer gerade graue Regenwolken am Forsthaus Maiburg vorbei, doch kann das an diesem Dienstag die Stimmung von Angela Müller, Anke Kusche, Schwester Innozenza und Christel Meurer nicht trüben. Die vier Frauen freuen sich einfach. Die eine, weil sie sich einen Wunsch erfüllt hat – die Gründung der Franz-Josef und Christel Meurer Stiftung. Die anderen drei, weil sie als Erste davon profitieren. 20000 Euro haben sie bekommen, um den Schwächsten der Gesellschaft helfen zu können.

Es sind angeregte Gespräche im Forsthaus Maiburg . Sie drehen sich zunächst um die Arbeit von Schwester Innozenza. Die erzählt von Kaliningrad, von dem Heim für Straßenkinder, von der Hilfe für bedürftige Familien, vom Bau einer Containerkirche, die zwar schon einen Turm hat, aber noch keine Glocke. Und Schwester Innozenza erzählt von der Fürstenauer Tafel , für die sie sich ebenfalls mit großem Herzen engagiert. Von den Menschen, die auf die Lebensmittel zum Überleben angewiesen sind. Und von denen, die nicht möchten, dass die Nachbarn erfahren, wie hilfsbedürftig sie sind.

Nun kann sich Schwester Innozenza über 10000 Euro freuen. Ein Geldsegen, der sowohl der Tafel als auch den Menschen in Kaliningrad zugutekommen wird.

Auch Pastorin Anke Kusche und Angela Müller können viel erzählen. Sie vertreten an diesem Tag das Diakonische Werk des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Bramsche. Für das Kinder- und Jugendkonto hat Christel Meurer ebenfalls 10000 Euro zur Verfügung gestellt – die bisher größte Einzelsumme für dieses Projekt, wie Anke Kusche sagt. Das Kinder- und Jugendkonto wird immer dann „angezapft“, wenn die staatlichen Mittel nicht reichen und dennoch Hilfe wichtig ist. So erhalten Eltern, die Hartz-IV-Empfänger sind, zwar aus dem Bildungs- und Teilhabepaket 100 Euro pro Jahr für Schulmaterial. Das aber reicht oft nicht. Kinder benötigten bis zu 540 Euro pro Jahr, wie die Diakonie errechnet hat. Mit dem Kinder- und Jugendkonto ist es nun möglich, zusätzlich unterstützend tätig zu werden. Gezahlt werden bei Bedürftigkeit aber nicht nur Zuschüsse für Lernmaterialien, sondern auch für Nachhilfeunterricht, für Therapien bei psychosozialen Problemen oder für das Einrichten von Kinderzimmern.

Die Diakonie versteht das Kinder- und Jugendkonto zu allererst als eine Investition in die Chancengleichheit. Gespeist wird es ausschließlich aus Spenden. Umso dankbarer waren Angela Müller und Anke Kusche für die Zuwendung der Stiftung. (Infos: 05901/5013454, Diakonie-Außenstelle Fürstenau).

Christel Meurer beließ es aber nicht bei der Überweisung des Geldes. Sie machte auch unumwunden klar, dass sie die Arbeit von Schwester Innozenza und der Diakonie bewundere. Schon lange habe sie den Wunsch gehabt, den Schwächsten der Gesellschaft zu helfen. Bisher sei sie unternehmerisch stark eingebunden gewesen, nun aber könne sie neue Akzente in ihrem Leben setzen, so Christel Meurer. Die Stiftung wäre auch im Sinne ihres verstorbenen Mannes gewesen, betonte sie. Beide hätten früher oft Kindern geholfen.

Schwerpunkt der Stiftung werde deshalb auch die Unterstützung von benachteiligten jungen Menschen sein, um zur Chancengleichheit beizutragen. Die Zuwendungen sollten dabei ausschließlich über soziale und gemeinnützige Einrichtungen erfolgen. Zunächst würden die Gelder auf Wunsch des vierköpfigen Stiftungsvorstandes – neben Christel Meurer gehören Thomas Meurer, Simone Kottwitz und Wilhelm Strom diesem Gremium an – schwerpunktmäßig in der Region eingesetzt.

In den nächsten Tagen wird nun für die Stiftung auch eine Homepage eingerichtet. Soziale und gemeinnützige Einrichtungen könnten so Kontakt aufnehmen, erklärte Christel Meurer abschließend. Trotz der Regenwolken nahm so ein freundlicher Tag seinen Lauf.