Der Kinderhof in Merzen, eine private Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung, hat von der Franz-Josef und Christel Meurer Stiftung ein Therapiepferd und Zubehör im Wert von 7000 Euro bekommen. Das Pferd „Minni Mouse“ soll den geistig und körperlich behinderten Kindern und Jugendlichen bei der eigenen Weiterentwicklung helfen.

1977 erfolgte die erste Gründung eines Kinderhofes in Merzen. Seitdem wurde dieses Projekt mit Schwerpunkt in Niedersachsen, aber auch in Sachsen-Anhalt, erheblich ausgebaut und bietet Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen, Menschen mit Behinderungen und Sorgeberechtigten ein Umfeld, in dem sie sich nach ihren Möglichkeiten entwickeln können.

Schon sehr früh sind Therapeuten zu dem Ergebnis gekommen, dass gerade Tiere für die Entwicklung vieler Fähigkeiten, besonders bei Menschen mit Behinderungen, eine Rolle spielen können. Deshalb sind die Kinderhöfe darauf ausgerichtet, in einem ländlichen Umfeld, zu dem natürlich auch Tiere gehören, in kleinen Gruppen eine familiäre Atmosphäre zu schaffen und die Bewohner darin einzubinden.

Zusätzlich bieten solche Lokalitäten nicht nur viel Platz und Entfaltungsmöglichkeiten, sondern die notwendige Ruhe, Rückzugsmöglichkeiten und teilweise auch Schutz vor Reizüberflutungen. Für unterschiedliche Therapiegruppen wurden im Laufe der Jahre in den Kinderhöfen optimale Voraussetzungen geschaffen. Obwohl der Tierbestand in den meisten Kinderhöfen bereits sehr breit angelegt ist, stand in Merzen ein geeignetes Therapiepferd noch ganz oben auf der „Wunschliste“.

Davon erfuhr Christel Meurer aus Fürstenau. Ihre Einstellung zur sozialen Verantwortung ließ den Entschluss reifen, dafür eine Möglichkeit zu finden. Zwei Chancen boten sich für eine Realisierung. Zum einen ist der Familie Meurer die Pferdeszene vertraut, und darüber hinaus wäre dieser Wunsch ein förderfähiger Programmpunkt für die turnusmäßigen Vorstandssitzungen der Franz-Josef und Christel Meurer Stiftung. Die Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten. Ein geeignetes Pferd wurde von Simone Kottwitz, Tochter von Christel Meurer, gefunden und der Anschaffungspreis mit dem notwendigen Zubehör von 7000 Euro vom Stiftungsvorstand genehmigt.

Die Freude im Kinderhof Merzen war groß, als jetzt der Wunsch Wirklichkeit wurde und das Pferd übergeben werden konnte. Das Therapiepferd „Minni Mouse“ hat in Merzen nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine große Aufgabe. Es soll den körperlich und geistig Behinderten helfen, Freude und Verantwortung zu empfinden oder zu entwickeln.

In der Feierstunde sah man nur glänzende Augen bei den anwesenden Bewohnern des Kinderhofes Merzen, die sich nicht scheuten, Kontakt zu ihrem neuen Freund aufzunehmen. Freude und Dankbarkeit auch bei den Mitarbeitern des Kinderhofes Merzen, Lothar Wollmann, dem pädagogischen Leiter, und der Reittherapeutin Ulrike Wintgen.

Christel Meurer, begleitet von ihrer Tochter Simone, fasste ihre Gefühle in einem Satz zusammen: „Die Stiftung macht zwar manchmal eine Menge Arbeit, aber die gibt mir auch sehr viel, wenn wir helfen können und die Erfolge sich für alle Beteiligten einstellen“.